Ăber zu kalte Temperaturen kann sich jetzt hier keiner mehr beschweren. 35°C Durchschnittstemperatur. Es ist doch viel angenehmer irgendwo im Schatten zu sitzen, als mit nassen Schuhen, wie die letzten Monate, durch die Gegend zu laufen.
Auf den SpaziergĂ€ngen entdecke ich noch andere, die jetzt auch sehr aktiv sind. -Schlangen- und davon jede Menge. Morgens genieĂen sie die wĂ€rmenden Sonnenstrahlen.
Obwohl die Temperaturen noch nicht ihren Höchststand erreicht haben, ist zwischenzeitlich schon ein kleines Feuer in der NĂ€he ausgebrochen. Es wurde von der Polizei frĂŒh genug gesehen und die hiesige Feuerwehr ist schnell zum Löschen rausgefahren. Die Gefahr der WaldbrĂ€nde ist allgegenwĂ€rtig.
Jetzt haben auch die FlussbĂ€der geöffnet. Einige FlĂŒsse werden an geeigneten Stellen, mit dicken Metallplatten, aufgestaut. Et voilĂ – fertig ist das Schwimmbad, wie beispielsweise dieses hier in Sesmo. Der Eintritt ist frei. Und das Wasser? Sagen wir mal so⊠es ist mehr als eine AbkĂŒhlung. Es ist eine Herausforderung, die wirklich SpaĂ macht.
Bis Mitte April war Portugal und auch Spanien in eine Art Dauerregen versunken. In der ganzen Zeit gab es drei richtige Sonnentage. Sonst waren es zwischen 8 und 12-°C und stÀndige Gewitter. Ganz schön frisch und der Regenschirm ist allzeit dein Begleiter. Nach Ostern hat die Sonne es endlich geschafft. Die Temperatur klettert sofort auf 24 Grad Celsius.
Auch die Weinreben entwickeln jetzt ihre zarten Triebe.
Aufpassen muss man nun vermehrt auf die Wildschweine, die am Morgen, wenn wir spazieren gehen, noch sehr aktiv im Unterholz sind, und gerade fĂŒr Nachwuchs sorgen.
Es ist Tradition bei meinen Nachbarn, das es zu Ostern Lamm aus dem Ofen gibt. Schon frĂŒh am Morgen wird der Lehmofen mit Olivenholz eingeheizt. Bis zum Mittag hat er die richtige Temperatur erreicht und die LammstĂŒcke werden fĂŒr 2 Stunden in einer feuerfesten Form in die Glut gestellt. Ich bin natĂŒrlich auch eingeladen. Das ich vegan lebe, weiĂ mittlerweile jeder. Lachend sagen die Nachbarn:âDas Lamm kannst du ruhig essen. Es war ja schlieĂlich auch Vegetarier. Und bis vor 2 Tagen ist es noch neben seiner Mama gelaufen. Frischer geht nun wirklich nicht.â âNe,ne, las malâ, das Angebot lehne ich dankend ab. Die Nachbarin zieht los und kommt mit einem riesigen Beutel GemĂŒse, extra fĂŒr mich aus ihrem Garten geerntet, zurĂŒck. Das Angebot nehme ich lachend an.
Auch die kleinsten Lebewesen werden jetzt aktiv.
Mir begegnet, wenn man das so sagen kann „eine Schlange Raupen“. Dicht gedrĂ€ngt, laufen sie wie Lemminge hinter einander her. Und dann beschlieĂt die ganze Formation auf einmal den RĂŒckzug anzutreten.
Ohne auch nur etwas Abstand zu lassen, wandern alle wieder zurĂŒck. Was wohl in denen vorgeht?
Zutaten: 2 Bananen, 150- 200g Erdbeeren ( alle Arten von Beeren funktionieren fĂŒr dieses Eis genauso)
Bananen + Erdbeeren klein schneiden und ĂŒber Nacht einfrieren. Bitte das Obst nicht zusammen einfrieren, sonst bekommt man es am nĂ€chsten Tag nur schwer auseinander. Ich lege die einzelnen StĂŒcke zum Einfrieren immer auf ein flaches Blech oder einen Teller nebeneinander. Am nĂ€chsten Tag die BananenstĂŒcke in einen Mixer geben und cremig mixen. Dann die Beeren hinzu geben und nochmals mixen. Mit klein gehackten Mandeln, NĂŒssen oder Pistazien garnieren. Fertig ist das leckere und gesunde Sorbet.
Variante 2. Mango-EisÂ
Zutaten: 2 Bananen und eine halbe Mango.Vorgehensweise wie oben beschrieben
Variante 3 Schoko-Eis
2 Bananen in StĂŒcke schneiden, ĂŒber Nacht einfrieren. Am nĂ€chsten Tag mixen und 2 El Kakaopulver (Backkakao) zugeben und nochmals cremig mixen.
Zutaten: 2 Nori-BlÀtter, 1 Hand voll Blumenkohl, 80g Pilze nach Wahl, Reisessig oder Apfelessig, 1/2 Karotte, 1/2 Avocado, 1/4 Tasse Natur-Tofu, 1/2 Tasse Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, Salz
Blumenkohl und Pilze in einen Topf mit etwas Wasser weich kochen. AnschlieĂend das Wasser abgieĂen und die beiden Zutaten in einen Mixer geben. Nun klein mixen, dass der Blumenkohl und die Pilze in etwa die GröĂe von Reiskörnern haben. Nicht zu lange mixen sonst gibt es Brei. Die Masse beiseite stellen und 2-3 EL Essig (je nach Geschmack) unter die Masse mischen. Karotte und Avocado in ganz schmale Streifen schneiden und beiseitelegen.
FĂŒr die Tofumayonnaise den Tofu etwas klein schneiden und mit dem Knoblauch und 3-4 EL Essig in den Mixer geben. Beim Mixvorgang langsam das Olivenöl zufĂŒgen. Solange mixen bis alles eine cremige Konsistenz hat. Mit Salz abschmecken.
Die beiden Nori-BlÀtter auf eine ebene Unterlage legen. Den Blumenkohlreis bis zur HÀlfte der BlÀtter auftragen. Ca.1 cm zu Beginn des Blattes frei lassen. Dann kann man es besser rollen.
AnschlieĂend den Blumenkohlreis mit der Tofumayonnaise bestreichen und im vorderen Bereich die Karotten-und Avocadostreifen platzieren. Den Anfang des Blattes ganz leichtert mit etwas Wasser anfeuchten, dann hĂ€lt alles besser beim einrollen. Achte darauf das die beiden Rollen schön eng gewickelt werden. Den letzten cm wieder etwas anfeuchten und zu Ende wickeln. Die Sushi-Rollen einen Moment stehen lassen und mit einen scharfen Messer in StĂŒcke schneiden. Dazu die Tofumayonnaise und SojasoĂe reichen.
FrĂŒh am Morgen ist das Tal noch in geisterhaften Nebel gehĂŒllt, der sich nur langsam verflĂŒchtigt.
Eine Regenfront, die schon ein paar Tage anhĂ€lt beeintrĂ€chtigt unsere SpaziergĂ€nge und es ist noch ungewöhnlich kĂŒhl. Trotz allen lĂ€sst sich der nahende FrĂŒhling nicht mehr verbergen. Die OlivenbĂ€ume werden geschnitten und die Korkeichen fĂŒr die nĂ€chste Korkernte vorbereitet.
Ich freue mich nicht nur ĂŒber den kommenden FrĂŒhling, sondern auch ĂŒber die geringeren Kosten fĂŒr Lebensmittel. FĂŒr einen Kaffee und ein StĂŒckchen Kuchen bezahle ich 0,75âŹ. Der Besitzer der Bar entschuldigt sich bei mir fĂŒr den gestiegenen Preis. Er musste in diesem Jahr den Kaffe um 0,05⏠erhöhen, da der Kaffee generell teurer geworden ist. Das zahle ich gerne.
Durch den anhaltenden Regen tragen auch die kleinen BĂ€che wieder eine Menge Wasser.
Da in Portugal, wie auch in Spanien sehr viele WaldbrĂ€nde bei groĂer Trockenheit im Sommer entstehen, hört man hier zur Zeit den ganzen Tag die MotorsĂ€gen der Forstverwaltung. Es werden vorsorglich Feuerschneisen geschlagen und der Wald von zuviel Unterholz bereinigt. so hat ein eventuelles Feuer weniger Chancen sich all zu schnell aus zu breiten.
** ein weiteres neues Kochrezept findet ihr unter der Rubrik „Kochen auf Reisen“ Sushi mit Blumenkohlreis und Tofumayonnaise. Viel SpaĂ beim Nachkochen.**
Ein wunderschöner Sonnenuntergang und eine Ăbernachtung in der Kalahari Lodge, nahe dem Flughafen Windhoek, erwarten uns.
Um 11 Uhr am nĂ€chsten Morgen mĂŒssen wir am Flughafen sein. Der Flieger nach Deutschland, soll um 14.30 Uhr mit Zwischenstopp in Addis Abeba, nach Frankfurt gehen. Die Papiere fĂŒr den Hund sind alle in Ordnung, nichts desto trotz dĂŒrfen wir um 11 Uhr noch nicht Einschecken.
Das Flugzeug kommt aus Addis Abeba und wurde am dortigen Flughafen gegen eine kleinere Maschine getauscht. Es muss das Ok des FlugkapitĂ€ns eingeholt werden, ob der Hund mitfliegen darf. Die Maschine soll in Windhouk um 13.30 Uhr landen. Was sehr eng wird, da der Hund nach dem Wiegen mit der Box ca. 2 km weiter von uns in den Cargobereich gefahren werden muss. Dort muss der Hund aus der Box, die Box wird gescannt und anschlieĂend kommt Dexter zurĂŒck in die Box. In der Cargohalle muss der Hund alleine in seiner Box warten, bis er von einem Flughafenfahrzeug abgeholt und zum Flugzeug gebracht wird. Wir dĂŒrfen nun den Hund zumindest im Terminal schon wiegen und einchecken, jedoch das letzte Wort hat der KapitĂ€n. Also warten. Mit jedem Blick auf die Uhr rĂŒckt das Boarding nĂ€her und immer noch keine Antwort vom KapitĂ€n. Um 12.15 Uhr bekommen wir das OK. Der Hund darf mit fliegen. Also raus aus dem FlughafengebĂ€ude, mit dem Auto zur Cargohalle, Hund raus, WassernĂ€pfe fĂŒllen und Box scannen, Hund wieder rein. Der Hund bekommt noch schnell eine Beruhigungstablette von mir verpasst, obwohl ich die ehr gebrauchen könnte. Ohne Hund geht es in Windeseile wieder zurĂŒck zum FlughafengebĂ€ude. Schnell durch den Zollbereich und das Boarding hat schon begonnen. Ich steige nicht in den Flieger, ohne mich vorher zu vergewissern, dass auch Dexter mit eingeladen wird. WĂ€hrend ich die Treppe zum Flugzeug aufsteige, wartet Dexter in seiner Box im Schatten unter dem Flugzeug. Wir haben schlieĂlich heute locker 30°C. …Luftholen… Bis hier ist schon mal alles gut gegangen und ein entspannter Flug nach Addis Abeba wartet auf uns.
In Addis habe ich 3 Stunden Aufenthalt. Was jetzt kommt, mĂŒsste in dieser Zeit leicht zu schaffen sein. Ich gehe zĂŒgig zu den internationalen FlĂŒgen weiter, Passkontrolle und Sicherheitscheck verlaufen ohne Probleme. Im Abflugbereich suche ich mir einen Angestellten von Ăthiopien Airlines, da die Box nun nochmal gescannt werden muss. Das bedeutet, dass ich mit ihm, quer ĂŒber den Flughafen zu der Kofferabfertigung, in die unteren Hallen fahre. Hier ist es sehr laut. Ăberall wird verladen. Transportfahrzeuge holen und bringen riesige Mengen von Koffern an die BeförderungsbĂ€nder. Doch keine Spur von Dexter.
Eine 3/4 Stunde suchen wir in dem organisierten Wirrwarr nach dem Hund. Dann bringt ein Fahrzeug endlich Dexter. Ich hol ihn aus der Box, damit die selbige nochmal gescannt werden kann. Dann wird der Hund wieder eingeladen und mit dem Transportfahrzeug zum Flieger gebracht. Der Angestellte von Ăthiopien Airlines ist sehr hilfsbereit. Auch hier sind wir nun ganz schön knapp in der Zeit, da ich nochmal quer ĂŒber den ganzen Flughafen zum Boarding in Halle D muss. Diese Halle ist am anderen Ende des Flughafens und Addis Abeba ist nicht gerade klein.
In Begleitung von Personal bekomme ich Sonderbehandlung. Kein Schlange stehen und warten. Ich werde unter bösen Blicken der anderen Reisenden an allen Schlangen vorbei gefĂŒhrt. Auch beim Securitycheck wird fĂŒr mich eine Ausnahme gemacht. 5 min bevor das Boarding beginnt, steh ich als erster in der Schlange. Der Angestellte grinst und meint nur, dass der Flieger nicht ohne mich und den Hund abheben wird. HĂ€tte er mir das doch mal vor 2 Stunden mitgeteilt, dann wĂ€hre ich entspannter gewesen. Als ich die Stufen zum Flieger hochsteige, wartet Dexter schon zur Verladung am Frachtraum.
Also alles ganz entspannt und einen guten Flug nach Frankfurt. Nach ein paar kleinen, nicht nennenswerten Fehlern am Frankfurter Flughafen kann ich Dexter an der GepĂ€ckausgabe fĂŒr Sperrgut abholen. Er hat den Flug sichtlich gut ĂŒberstanden. 3 Tage bleiben wir bei der Familie und dann geht es fĂŒr uns weiter nach Portugal.
Ja richtig gehört, wir reisen jetzt nach Portugal. Hierzu habe ich mir fĂŒr ein paar Tage einen Leihwagen genommen, denn eine Reise mit dem Zug und mehrmaligem Umsteigen wĂ€hre mir jetzt zu anstrengend.
In Frankreich meide ich die Autobahnen, da ich keine Maut bezahlen will. Wir crusen in gemĂ€chlichem Tempo, ĂŒber die Landstrassen von Frankreich und schauen uns die schönen, kleinen Dörfer an. In fast jedem gibt es kleine SchokoladenlĂ€den und Patisserien, mit selbst hergestellter Schokolade und Pralinen. Wenn du dick werden willst, ist Frankreich genau das richtige Land. Frankreich ist aber auch das Land des Kreisverkehrs. Alle paar hundert Meter fĂ€hrt man von einem Kreisel in den nĂ€chsten. GefĂŒhlte 100derte Kreisel durchfahren wir.
Nach kalten Temperaturen in Frankreich, erwartet uns in Spanien Sonne und 25°C. Und wie sollte es anders sein, auch hier mĂŒssen wir unzĂ€hlige Kreisel durchqueren. Mir wird schon ganz schwindelig von dem ewigen Kreis fahren.
Da ich die KĂŒste von Portugal schon kenne, fahre ich diesmal in die Berge. Nach Sesmo genau gesagt. Ein kleiner beschaulicher Ort, der vielleicht von der schnelllebigen Zeit verschont oder vergessen wurde. Ich denke der Ort hat höchstens 100 Einwohner. Es gibt keine GeschĂ€fte und nur eine Bar. Die aber nur am Wochenende auf hat. In Sesmo werde ich einige Zeit bleiben und habe mir schon schöne Wandertouren raus gesucht.
Ein kleines HĂ€uschen wird mir Zuflucht vor KĂ€lte und Sonne bieten. Bin schon sehr gespannt.
16.01- 08.02.2025 FĂŒr ein paar Wochen geht es wieder zurĂŒck nach Namibia.
Ok, nun mal von Anfang an. Als ich in SĂŒdafrika im Tierschutz auf der Farm gearbeitet habe, bekam ich von Freunden folgende Information. Dexter, der gemeinsame Hund, ist aus GrĂŒnden, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde, in Swakopmund im Tierheim gelandet. Eins steht fest, ich kann nicht monatelang im Tierschutz arbeiten und der „eigene“ Hund sitz im Tierheim. Also gibt es nur eine Lösung. Ich werde den Hund, obwohl es nicht in meine derzeitige Planung passt, zurĂŒck holen. Nicht nur der Einsatz im Tierschutz, auch das dahmalige Versprechen an den Welpen, ihm ein gutes und sicheres zu Hause zu bieten, veranlassen mich dazu, jegliche Vernunft ĂŒber Bord zu schmeiĂen. Noch in SĂŒdafrika, ist die Entscheidung getroffen. Damit beginnt der Papierkram. Viele liebe Menschen in Windhoek und Swakopmund sind bereit, da ich ja nicht vor Ort sein kann, mir dabei zu helfen. Der Titertest (Bluttest) muss durchgefĂŒhrt werden. Dexter wird zur Blutabnahme zum Tierarzt gebracht. Und das Blut wird ins Labor nach SĂŒdafrika gesendet. (FĂŒr die Titerbestimmung muss beim betreffenden Tier mindestens 30 Tage nach der Impfung und mindestens drei Monate vor Antritt der Reise eine Blutprobe entnommen und eine Titerbestimmung in einem zugelassenen Labor vorgenommen werden) Im Klartext bedeutet es, Dexter muss 3 Monate im Tierheim bleiben, bis er die Reise antreten kann. Ich bin ja, wie schon berichtet, zwischenzeitlich wieder in Deutschland, wegen der Beantragung meines Personalausweises und anderen Sachen. Um den ganzen Kram mit Dexter besser hĂ€ndeln zu können, beauftrage ich in Namibia eine Animal-Agentin, die sich darauf spezialisiert hat, Tiere flugfertig zu machen. Meine anfĂ€ngliche Idee, den Hund per Cargo zu versenden und ihn in Deutschland in Empfang zu nehmen, verwerfe ich schnell wieder. Viel zu teuer. Es ist gĂŒnstiger fĂŒr mich, ein billiges Flugticket zu buchen, einige Wochen in Namibia zu bleiben und den Hund als ĂbergepĂ€ck wieder mit zurĂŒck zu nehmen. Also, nun bin ich wie schon zuvor erwĂ€hnt, wieder in Namibia. Die Wiedersehensfreude, als ich Dexter zurĂŒck bekomme, ist groĂ. Ich habe den Hunde einige Monate nicht mehr gesehen und er hat mich nicht vergessen. Nun geht die Eingewöhnung und das Training los. Eine gebrauchte Transportbox ist schnell organisiert. Das tĂ€gliche Ăben in der Box, verringert das Stresslevel, welches dem Hund auf dem Flug bevorsteht, deutlich. Genauso stehen Training der Grundkommandos und der LeihnenfĂŒhrung auf meinem Plan. Ăben, Ăben, Ăben, sowie ein letzter Tierarzttermin, um alle Papiere abzustempeln und dann geht es los. Bei allen Angelegenheiten helfen mir wirklich viele liebe Menschen, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Herzlichen Dank an alle angagierten Helfer. Ohne Euch, wĂ€hre es echt kompliziert geworden. Jeder einzelne hat dazu beigetragen, dass ich diese Aktion erst durchfĂŒhren konnte. It will change my life for ever.
Das Jahr hat doch schon mal recht gut angefangen. Der neue Personalausweis ist beantragt und auch andere Angelegenheiten konnten, schneller als gedacht, geklÀrt werden.
Bei einem kleinen Spaziergang durch den Ort entstand dieses schöne Foto.
Ist ja noch etwas Zeit, bis der Ausweis abgeholt werden kann. Diese Zeit wird sinnvoll genutzt und ein Besuch bei einem Freund in Ăsterreich eingeplant. Mit der Bahn geht es zum Irrsee. Der Irrsee befindet sich nahe der Grenze zu Salsburg. Er ist der wĂ€rmste See des Salzkammergutes und steht unter Naturschutz. Zell am Moos wartet schon auf mich. Schöne Wanderungen, mit toller Aussicht, bei winterlicher Landschaft und Minusgraden.
Im Hintergrund erhebt sich die 1176m hohe Drachenwand. Die Felswand zieht sich in einer LĂ€nge von gut einem Kilometer von West nach Ost. Auf dem Kamm verlĂ€uft die Grenze zwischen den österreichischen BundeslĂ€ndern Oberösterreich im Norden und Salzburg im SĂŒden.
Es ist so kalt, dass auch die HĂŒhner lieber keinen FuĂ auf den Boden setzen. Sie schauen ehr von ihrer Sonnenterrasse auf alles herab.
Nach gut einer Woche in Ăsterreich geht es wieder zurĂŒck nach Deutschland. Ein Familien-Besuch in Friedrichshafen ist noch kurzfristig geplant. Und wenn man schon mal da ist, auch noch eine Besichtigung von Meersburg am Bodensee. Ein beschauliches altes StĂ€dtchen, wo alles an das Mittelalter erinnert, umgeben von Weinbergen.
FĂŒr drei Tage geht es nochmal zurĂŒck nach Hanau.
Um dann wenig spĂ€ter wieder nachâŠ. aufzubrechen.
Das Visum fĂŒr SĂŒdafrika lĂ€uft langsam ab, genauso wie mein Personalausweis. Ein Ticket nach Deutschland ist schnell gebucht. Der Plan:â Ăber Weihnachten werde ich Familie und Freunde besuchen, einige Dinge mit der Bank klĂ€ren und im selben Zuge, gleich einen neuen Personalausweis beantragen. Die Fertigstellung des Ausweises dauert ca. 4 Wochen. Mal sehen, was ich in dieser Zeit so anstellen werde.
Der heimische Weihnachtsbaum und ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt dĂŒrfen nicht fehlen.
Auch die sehr hungrigen Eichhörnchen wollen mit NĂŒssen versorgt werden.
Das alte Jahr wird abgeschlossen und voller Erwartung schaut man, was das âNeueâbringen wird.
Am Ende des Jahres ist nicht mehr viel zu sagen, nur noch eins:
Der Aufenthalt auf der Farm hat doch noch lĂ€nger gedauert, als ursprĂŒnglich geplant. Zum Teil lag es daran, dass Greyton ein wirklich schöner, kleiner, beschaulicher Ort ist und zum anderen hat das Arbeiten mit den Tieren sehr viel SpaĂ gemacht. Umso schwerer fĂ€llt dann der Abschied. Jedes Tier hat seine eigene Geschichte. Das alles zu erzĂ€hlen, wĂŒrde zu lange dauern, darum gibt es an dieser Stelle einfach noch mehr andere und auch schweinische Bilder.
Erst warten alle auf ihr Futter
und kurz danach muss man Siesta halten
Ein Spiel mit Licht und Schatten
An einem Tag hatten wir viele GĂ€ste. Es wurde fĂŒr 15 Leute gekocht. Ich frage mich immer, warum ein veganes Essen nach Fleisch aussehen muss. Der Kuchen… ein Gedicht.
Der Pfau gehört, wie ich finde, mit zu den schönsten Vögeln.
Die kleinen GĂ€nse wurden von ihren Eltern „militĂ€risch“ bewacht
Sonnenuntergang…ohne Worte.
Zum SchluĂ darf der obligatorische Weihnachtsbaum nicht fehlen. In einer Sekunde aufgebaut und ca. 30 cm groĂ, aus Draht und grĂŒnen Perlen, ist er auf jeden Fall ein Foto wert.
…mmh, na ja
Auch ohne diesen Baum wĂŒnsche ich allen eine schöne Weihnachtszeit.
Ein weiteres Projekt âGreyton Farm Animal Sanctuaryâ zum Schutz von Farmtieren, erweckt meine Aufmerksamkeit. Dort möchte ich gerne helfen und mehr ĂŒber Farmtiere lernen. So geht es weiter nach Greyton. Ein beschaulicher kleiner Ort, der sehr schön gestaltet wurde und man fĂŒhlt sich ein bisschen in die Kolonialzeit zurĂŒck versetzt.
Die Greyton Farm liegt ca.6 Kilometer auĂerhalb, in die Berge eingebettet, mit wunderschöner Aussicht.
Auf der Farm finden schlecht behandelte Farmtiere wie Schweine, KĂŒhe, Schafe, Enten ,GĂ€nse und HĂŒhner ein neues sorgloses Zuhause. Auch einige Katzen, Hunde, sowie ein paar Pfaue wohnen hier.
Ca. 140 Schweine wollen versorgt werden. Freilaufend oder in groĂzĂŒgigen Gehegen fĂŒhlen sie sich sauwohl. Man kann nur sagen „Schwein gehabt“. 40 Hektar stehen ihnen zur VerfĂŒgung. Ein Paradies fĂŒr die Tiere, die zuvor sehr schlecht behandelt und fĂŒr die Fleischproduktion gehalten wurden.
Ein kleiner Plausch mit den Nachbarn. Und weil es lÀnger dauern kann, bitte setzen.
Morgens, zum Beginn der FĂŒtterung, herrscht ein reges Treiben. Grunzen, Grummeln, DrĂ€ngeln, jeder will zuerst sein Futter haben. Man muss aufpassen, dass man nicht aus Versehen in die Waden gebissen wird. Einen Nachteil bei so vielen Tieren gibt es natĂŒrlich auch. Jede Menge Flöhe, die dich piesacken.
Die HĂ€ngebauchschweine kommen nicht unbedingt aus Mastbetrieben. Einige wurden zuvor von Erwachsenen fĂŒr ihre Kinder angeschafft. So ein sĂŒĂes, kleines Schweinebaby⊠Da können die Kinder doch super mitspielen. Nach ein paar Monaten wird jedoch klar, das dass sĂŒĂe Schwein, nicht so klein bleibt und man der artgerechten Haltung, in der Wohnung, nicht gerecht werden kann. Zudem das kleine Schwein betrĂ€chtlich an Volumen zugelegt hat. Wenn sie GlĂŒck haben, landen sie bei Nicki auf der Farm. Dann können die verantwortungslosen Eltern wieder andere Tierbabies fĂŒr ihre Kinder besorgen. Meistens sind die Schweine so dick gefĂŒttert, dass sie erst einmal eine DiĂ€t machen mĂŒssen.
Die Farm wird vegan gefĂŒhrt. Es werden keine tierischen Produkte eingesetzt. Ein Paradies fĂŒr mich.
Es ist schon eine Menge Arbeit alle Tiere zu versorgen. Zweimal am Tag wird gefĂŒttert. Dazwischen mĂŒssen die FutterkĂŒche gereinigt, NĂ€pfe und Eimer gesĂ€ubert, neues Futter angesetzt, HĂŒhner und GĂ€nse versorgt werden und vieles mehr. Viel SpaĂ ist auch dabei.
Peanuts, der Hahn, hackt dir solange in die FĂŒĂe, was verdammt weh tut, bis er auf den Arm genommen und herum getragen wird. So zeigt er dir seine Zuneigung.
Bella ist jetzt schon ca. 9 Jahre alt.
Frankie wurde, wie viele andere Tiere hier, mit der Flasche aufgezogen. Sie ist jetzt ein paar Monate alt und immer zu Schabernack aufgelegt. SelbstverstĂ€ndlich kommt sie dich auch in der „guten Stube“ besuchen.
Alfi, auch Flaschenkind, meint immer noch, dass er sehr klein ist und will mit jedem kuscheln. Er unterschĂ€tzt seine Kraft und manchmal wird man einfach im Zuge seiner Zuneigung umgeschmissen. Und hier kommt Alex âŠdie Ente
Was fĂŒr wunderschöne Augen oder?
Und noch ein paar Flaschenkinder
Einmal im Jahr werden die Schafe von Hand geschoren. Dazu wird extra der Schaafscherer auf den Hof geholt.
Na, vielleicht ein Schlammbad gefÀllig?
Trotz allen bleibt auch viel Zeit, dass nahe gelegene Naturschutzgebiet, fĂŒr ausgedehnte Wanderungen aufzusuchen. Hier findet man Wanderwege zwischen 6 und 20 Kilometern. Je nach Lust und Laune.
Pflanzenkunde mit Marschal.
Hier aufgewachsen und sehr krĂ€uterkundig, kann er viel ĂŒber Heilpflanzen und WildkrĂ€uter erzĂ€hlen. Super interessant. Wie fast ĂŒberall auf der Welt, ist fĂŒr viele Krankheiten ein Kraut gewachsen. Der Afrikan Potato wird abgepellt und roh gegessen. Er stĂ€rkt das Immunsystem.
Die BlĂ€tter dieser Pflanze wirken entzĂŒndungshemmend bei Hautverletzungen.
Mich ĂŒberzeugt das Pure-Cafe, mit seinen vielen veganen Gerichten. Bei schöner Musik kann man schnell ein paar Stunden verbringen.
Apropos Musik..
Einmal in der Woche trifft man sich abends in der Bar zur Livemusik. Hier kann jeder der Musik macht oder singt, sein Talent vor einem Publikum vorfĂŒhren. Ich hab mal kurz ĂŒberlegt, ob ich mit meiner Mundharmonika punkten könnte. Da ich es aber bisher nur bis „Jingle Bells“ geschafft habe, ĂŒberlasse ich das wohl besser den Profis.
Tierschutz zu betreiben, bedeutet auch viel Ăberzeugungsarbeit zu leisten und die Menschen zu informieren. Auch die Farmer wollen ĂŒberzeugt werden, dass es Alternativen zur Tierhaltung gibt. Zum Beispiel könnte die Pilzzucht eine andere Einnahmequelle bieten. In der Schule gibt es einen eigenen GemĂŒsegarten. Die SchĂŒler lernen nicht nur den Anbau des GemĂŒses, sondern auch eine gesunde Alternative zum Fleischverzehr kennen. Die Erzeugnisse werden auf dem Wochenmarkt, durch Marschal und sein Team, verkauft.
Am Wochenende findet der Farmers-Markt statt. Wie ich diese MĂ€rkte liebe. Soviel selbstgemachte Produkte, Kunst, Handwerk und leckere vegan Gerichte. Rohan steht hier mit seinem Falafelstand und vielen selbst gemachten SoĂen und Dips.
Und weil es so schön ist, noch ein bisschen Landschaft. Wie gemalt.
Auch der schönste Aufenthalt auf Madagaskar endet einmal. Eine wunderschöne Insel, wenn auch zum Reisen sehr anstrengend. Und nun? ZurĂŒck nach SĂŒdafrika. Der Flieger geht zuerst nach Johannesburg und ein Anschlussflug fĂŒhrt mich dann wieder nach Cape Town. In Grabouw habe ich die Möglichkeit, an einem Schutzprojekt fĂŒr Katzen mitzuarbeiten. Das Flugzeug landet um 22 Uhr in Cape Town, zu spĂ€t und zu gefĂ€hrlich, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Ein privates Taxi fĂ€hrt mich zu Sharons Farm. Hier auf „Hopedale“ werde ich einige Zeit helfen. Wie ĂŒberall in Afrika, haben die Einheimischen kein Geld oder keine Lust ihre Hunde und Katzen kastrieren zu lassen. Die Population nimmt ĂŒberhand. Bei der Bevölkerung muss viel AufklĂ€rungsarbeit geleistet werden, warum es so wichtig ist, die Tiere frĂŒhzeitig zu kastrieren. Die Kosten fĂŒr die Kastration ĂŒbernimmt der Tierschutzverein. Es ist natĂŒrlich nur ein Tropfen auf dem heiĂen Stein. Aber irgendwo muss man ja anfangen. Wilde Katzen mĂŒssen eingefangen und kastriert werden. Auch Hauskatzen werden vorbeigebracht. Neben den ganzen Katzen gibt es auch noch eine Menge Hunde hier.
Auch Rita Brock hat ein interessantes Projekt ins Leben gerufen. Hier geht es um den Schutz der afrikanischen Wildkatze. Die Art kann nur erhalten werden, wenn man verhindert, dass sich die Wildkatzen mit den Hauskatzen kreuzen. Auch dafĂŒr ist die Kastration der Hauskatzen sehr wichtig. Dazu gibt es einen interessanten Artikel auf Facebook.
Was können Katzen am Besten ? NatĂŒrlich Schlafen⊠und das am liebsten den ganzen Tag.
Viele Tiere, die hier aufgenommen werden, haben schon so einiges mitgemacht. Da ist zb Sam. Der Ă€ltere RĂŒde wurde einfach an einer Stelle angebunden, um ihn Sterben zu lassen. Kein Geld fĂŒr Futter oder was auch immer der Grund war. Zum GlĂŒck haben nette Menschen den Hund gefunden und zu Sharon gebracht. Er war bis auf das Skelett abgemagert. Sam ist grade mal 2 Monate hier, wurde etwas aufgepĂ€ppelt und ans Sterben denkt er ĂŒberhaupt nicht. Jeden Morgen mache ich mit ihm und Optail, dem Rotweiler Mischling schöne SpaziergĂ€nge ĂŒber die Farm.
Sam ist sowas von fit. Er springt ĂŒber hohe ZĂ€une und ist super aktiv. Der Hund ist auf Grund seines Alters fast taub. So kann man ihn auch nicht einfach zurĂŒck rufen. Also muss er lernen auf Handzeichen zu achten. Wenn er einen Menschen mag, weicht er ihm nicht mehr von der Seite. Er ist wie ein Schatten. Sam hat nur einen einzigen Fehler. Katzen sind fĂŒr ihn Beute. Und das auf einer Farm mit ca.150 Katzen. So wird fĂŒr ihn dringend ein neues Zuhause gesucht. Ein gut eingezĂ€untes GrundstĂŒck, ohne Katzen, mit ein oder zwei Menschen, die den ganzen Tag fĂŒr ihn Zeit haben. Denn er möchte nicht alleine sein. Ich habe den verschmusten RĂŒden sofort ins Herz geschlossen. Ein echt toller Hund. Optail war da etwas klĂŒger. Als Strassenhund aufgewachsen, ist er eines Tages hier aufgetaucht und hat beschlossen einfach zu bleiben.
Die Tage sind gefĂŒllt mit viel Arbeit. Katzen und Hunde fĂŒttern, Katzenklos reinigen, den kranken Katzen Medizin geben und sie betreuen und vieles, vieles mehr. Wer schon einmal versucht hat, einer Katze Tabletten zu geben, weiĂ wovon ich rede. Mittlerweile bin ich bei der Verabreichung von Medizin ein echter Profi geworden. Ich lerne sehr viel ĂŒber Tiermedizin und die unterschiedlichen Katzenkrankheiten. Viele Krankheiten werden hier durch Zecken ĂŒbertragen, wie zb. Zeckenfieber. Einige Tiere sind durch die Zeckenbisse so krank geworden, das Antibiotika nicht mehr helfen. So bleibt nur der gang zum Tierarzt, um sie von ihren Qualen zu erlösen. Keine schöne Aufgabe.
Bei einer schönen Wanderung erkunde ich die Gegend.
Eine typische SpezialitĂ€t in SĂŒdafrika sind Hefebrötchen, die in Fett ausgebacken werden. Man isst sie als Beilage zu Suppen. In Afrikaans werden sie Vetkoek genannt. Ăbersetzt im Fett gekocht. Super lecker und wie alles hier, mit vielen Kalorien versehen.
Hier entsteht ein neues Katzenhaus mit Freilauf.
Trotz der vielen Arbeit bleibt noch genug Zeit, den hiesigen âSchlemmerâ-Markt zu besuchen. Die Halle ist von Freitags bis Sonntags geöffnet. Und zum Futtern gibt es mehr als genug. Pizza, Sushi, Burger, Tai-Food, Schokolade und, und, und….
Der Marojejy Nationalpark liegt im Nord-Osten von Madagaskar. Was ist der beste Weg, um den Park zu erreichen? Der Bus benötigt fast 3 Tage dorthin. Diesmal entscheide ich mich, einen Flug zu nehmen. Der Flug von Tana nach Sambava betrĂ€gt knapp eine Stunde. FĂŒr mich, wenn auch teurer als der Bus, die beste Option. Um die Kosten fĂŒr den NP zu reduzieren, reisen Rachel und ich fĂŒr eine Weile zusammen. In Sambava angekommen, bringt uns ein Tuktuk zu unserer ersten Unterkunft. Ich liebe die Fahrten mit dem Tuktuk und nutze es so oft wie möglich. Diese Art der Fortbewegung ist sehr gĂŒnstig.
Eine mehrtĂ€gige Regenwaldtour wartet nun auf uns. Wie schon erwĂ€hnt, benötigt man einen Guide und zusĂ€tzlich noch ein paar andere Personen. Ein Koch, ein TrĂ€ger, ein Checker und der Guide warten am Parkeingang auf uns. Man zahlt nicht nur die Personen, sondern kauft vorher noch die benötigten Lebensmittel fĂŒr alle Personen zum Essen ein. Es ist nicht so teuer, wie es sich anhört. Und wie schon erwĂ€hnt, gibst du allen einen Job. Man fĂŒhlt sich wie eine Prinzessin, wenn jemand deinen Rucksack tragen will. Ich entscheide meinen Rucksack selber zu tragen. Der TrĂ€ger bekommt trotzdem genug zu tun. Wenn du Tiere sehen möchtest, nimmt man am besten auch einen Checker. Gerade bei den Sifaka, die ziemlich hoch oben in den Bergen leben, ist dies von Vorteil. Der Checker geht mehrere Stunden voraus, um den Schlafplatz der Sifaka zu finden. Bricht in den frĂŒhen Morgenstunden ca.3 Uhr wieder auf, um den Standort erneut zu lokalisieren, bevor die Tiere weiter ziehen. Dann hat man nĂ€mlich keine Change mehr sie zu finden.
Also die Gruppe zieht los. Es sind alleine knapp 2 Stunden zu FuĂ vom Office bis zum Parkeingang zu laufen. Wir passieren kleine Orte und Reisfelder auf dem Weg zum Regenwald.
Was passt am besten zum Regenwald? NatĂŒrlich Regen. Und davon gibt es am ersten Tag genug. Ich freue mich, ĂŒber mein in Deutschland gekauftes, nie richtig benutztes und stĂ€ndig herum geschlepptes, Regencape. Alles bleibt schön trocken. Der Nachteil, es wird warm und durch die hohe Luftfeuchtigkeit fĂ€ngt man ganz schön unter dem Cape zu schwitzen an. Nach 2 weitern Stunden hört der Regen auf. Die schmalen Wege im Regenwald sind ziemlich glitschig. Wurzeln und Steine mit Moos bewachsen erschweren den Aufstieg zusĂ€tzlich. Die meisten, die den Park besuchen, wandern am ersten Tag zum Camp 1 und bleiben dort eine Nacht.
Unsere Plan ist ein anderer. Wir möchten am ersten Tag Camp 2 erreichen und dort ĂŒbernachten. Es sind 11 km um Camp 2 zu erreichen. Hört sich nicht viel an. Der Weg ist sehr steil und sehr beschwerlich. Und wie in einigen Filmen zu sehen, wird man von vielen MĂŒcken attackiert. Nicht das die MĂŒcken genug wĂ€hren, du musst auch stĂ€ndig die Blutegel entfernen, die an deinen Beinen oder unter deinem T-Shirt versuchen sich fest zu saugen. Camp 2 belohnt mit einem grandiosen Ausblick.
Koch und TrĂ€ger warten schon eine Weile, das Essen ist fertig. Ich frage mich kurz, ob die beiden vielleicht eine AbkĂŒrzung zum Camp kennen. Nein, sie gehen den selben Weg. Nur sind sie viel geĂŒbter. Am Essplatz gesellt sich eine Baumphyton zu uns. Sie ist nicht gefĂ€hrlich und sieht so schön aus.
Am nĂ€chsten Morgen, noch vor 7 Uhr, machen wir uns ohne GepĂ€ck, auf den Weg, die Sifakas zu finden. Der Checker wartet schon auf uns und zeigt uns ihren Schlafplatz. Die Tiere werden schnell aktiv und turnen ĂŒber uns in den Baumkronen.
Was fĂŒr wunderschöne Tiere. Die Seidensifakas leben in kleinen Familiengruppen zusammen und benötigen ein sehr groĂes Territorium. Auch diese Tiere sind stark bedroht, da sie bei einigen Menschen als Delikatesse gelten. Der Abstieg ist nicht mehr ganz so anstrengend wie der Aufstieg, einen Tag zu vor war, benötigt dennoch sehr viel Zeit.
Am nÀchsten Tag fahren wir per Bus zu einer Vanilleplantage. Hier werden nicht nur Vanille, Kakao und Kaffee angebaut, sondern auch Pfeffer, Kurkuma, Patschoulli und Nelken.
Die Vanillepflanze gehört zu den Orchideenarten. UrsprĂŒnglich war sie nicht heimisch auf Madagaskar und als sie dort kultiviert wurde, fehlten die Insekten zur BestĂ€ubung der Pflanze. Alle MĂŒhen, die Insekten aus Mexiko nach Madagaskar zu bringen, schlugen fehl. Kaum waren die Tiere in Madagaskar, starben sie. Bis heute bleibt nur die manuelle BestĂ€ubung von Hand. Was sehr aufwendig ist, da sich die BlĂŒte der Vanillepflanze nur einen Tag öffnet. Sollte in der Zeit keine BestĂ€ubung stattfinden, gibt es keine Vanilleschoten. Die Vanillebauern mĂŒssen jeden Tag ihre Planzen auf anstehende BestĂ€ubung kontrollieren. Nach der BestĂ€ubung bilden sich die grĂŒnen Vanilleschoten. Nach der Ernte werden die unreifen Schoten fermentiert und getrocknet. Erst dadurch entstehen die ledrigen, dunkelbraunen, glĂ€nzenden Vanilleschoten mit ihrem typischen Aroma.
Die KakaofrĂŒchte wachsen direkt aus dem Stamm und werden geerntet wenn sie gelb bzw. rot sind. Es sind zwei verschiedene Arten von Kakao, die hier angepflanzt werden. Die rote hat eine höhere QualitĂ€t als die gelbe. Nachdem die KakaonĂŒsse gepflĂŒckt sind, werden die Kerner aus der Schale genommen. Das weisse Fruchtfleisch, welches sehr lecker ist, wird entfernt und die Kakaobohnen werden zum Trocknen zwischen BananenblĂ€tter gelegt.
Nach ein paar Tagen erhĂ€lt man die getrockneten Kakaobohnen, die sehr intensiv nach Schokolade schmecken. In SĂ€cken abgefĂŒllt treten sie ihren Weg zur Schokoladenherstellung an.
Auch hier auf der Plantage begegnen uns viele ChamÀleons, in allen erdenklichen Farben.
Ein anschlieĂender Besuch im Vanilleshop ist einfach ein Muss.
Mit dem Bus geht es nach Osten, genauer gesagt, nach Andasibe. 4 Stunden dauert die Fahrt. Es wird zunehmend grĂŒner und die BĂ€ume werden gröĂer. Der Regelwald ruft. An den StraĂen, sieht man immer wieder Schilder mit der Aufschrift Hotely. Einige Touristen glauben, man könnte sich hier ein Zimmer nehmen und wundern sich wie viele Hotels es doch hier gibt.
Hotely bedeutet in madagassisch so viel wie Fast Food Restaurant. Nicht zu vergleichen mit den bekannten Fast Food GeschĂ€ften. Hier bekommst du immer frische Salate, wie zb. Karotten oder Gurkensalat, Nudelsuppen, Reis, GemĂŒse, Fleisch und Fisch. Der Unterschied ist, dass man nicht lange auf sein Essen warten muss, da es schon vorgekocht ist und warm gehalten wird. FĂŒr mich die beste Art von Fast Food und zudem noch gesĂŒnder. Zu einem kleinen Preis kann man sich vollstopfen. Und wer es nicht vertrĂ€gt? Pech gehabt, dann bekommst du halt Durchfall. Zum GlĂŒck habe ich damit keine Probleme.
Am Nationalpark angekommen, muss man sich immer einen Guide nehmen. Viele denken, och, den kann man sich doch sparen und ich kann doch selber durch den Nationalpark laufen. Das sehe ich anders. Erstens weiĂ der Guide die besten Stellen, um Tiere zu sehen und zweitens hat er so einen Job. Nur wenn die lokalen Leute mit eingebunden werden, kann man den Regenwald und die Lemuren schĂŒtzen. So haben die Menschen Arbeit und sind bestrebt alles zu tun, um die Arbeit zu behalten und Tier und Pflanzenwelt im Regenwald zu schĂŒtzen.
Der Blick aus meiner Unterkunft.
Mit meinem Guide mache ich mehrere Tages- und Nachtwanderungen. Leva, mein Guide erklĂ€rt mir sĂ€mtliche Pflanzen und Tiere. Ich bewundere, was er fĂŒr ein Wissen hat. Er kennt wirklich jeden Grashalm mit seinem korrekten botanischen Namen.
Ein schöner Ausblick auf den Clean-Green-Lake
Orchideen, die auf einem Baum wachsen
Dann begeben wir uns auf die Suche nach dem gröĂten Lemur, dem Indri. Bei einer KörpergröĂe bis ca.90 cm kann er bis zu 10 kg wiegen.
Bei unseren vielen Wanderungen treffen wir auf verschiedene Lemurenarten. Zb. den Bambuslemur (sehr schwer zu finden) oder den Diademsifaka oder den braunen Maki.
Wir unternehmen viele Nachtwanderungen, die dann ungefĂ€hr so aussehen. Im stockdunklen Regenwald unterwegs. Ăngstlich, darf man hier nicht sein.
Besonders stolz bin ich, den kleinsten der Lemuren, den Mouse Maki, gefunden zu haben. Als nachtaktiver Maki und mit nur 50g Gewicht, ist er schon sehr schwer auszumachen. DafĂŒr war ich zwei NĂ€chte unterwegs.
Verschiedene nachtaktive Frösche und Gekos kommen mir vor die Kamera.
Das kleinste ChamĂ€leon, dass es hier gibt, verschlĂ€ft die Nacht und ist tagsĂŒber aktiv. Selbst beim Schlafen gibt er seine Tarnung nicht auf. Von weiten sieht er wie ein altes Blatt aus.
Alleine, wĂŒrde ich an all den kleinen Lebewesen vorbei laufen. Aber so, mit Guide, ist es einfach nur toll, alles zu erkunden. Auch das gröĂte ChamĂ€leon will fotografiert werden.
Ich liebe die verschieden ChamÀlion-Arten und sie zu entdecken ist einfach wundervoll. Und wo ist hier der Geko versteckt?
Nach drei Tagen treffen wir endlich auf den Indri. Das Muttertier schaut mich mit groĂen Augen an, wĂ€hrend es sein Baby im Arm versteckt. Einfach wunderschöne Tiere
Einige Tage spĂ€ter geht es fĂŒr mich aus dem Mantadia-Nationalpark mit dem Bus zurĂŒck nach Tana. Ich muss den nĂ€chsten Trip nach Nord-Osten planen. Um zwei Uhr soll der Bus kommen. PĂŒnktlich um 5 Uhr ist er dann auch da. Aus den geplanten 4 Stunden werden 5,5 und ich bin im dunklen wieder in Tana.
Von Tana geht es Richtung Westen. Wenn man durchs Land reisen will, nimmt man am besten den Bus und bringt viel Zeit mit, oder man mietet sich einen Leihwagen. Man kann nicht auf eigene Faust mit Leihwagen durchs Land fahren. Du mietest immer einen Wagen inklusive Fahrer. Was ich auf Grund der doch sehr schlechten StraĂenverhĂ€ltnisse ganz gut finde. So bist du wenigstens nicht dafĂŒr verantwortlich, wenn an dem Fahrzeug etwas kaputt geht.
In den nÀchsten sieben Tagen reise ich mit einer netten Gruppe Richtung Westen. Eine Tour, wie diese, wÀhre alleine viel zu teuer. Und so schliessen wir uns alle zusammen.
Am ersten Tag geht es mit dem Auto nach Antsirabe. 5 Stunden Fahrt auf schlechter StraĂe. Die wunderschöne Landschaft entschĂ€digt fĂŒr das anstrengende Geschaukel im Fahrzeug.
Ob in Tana oder auĂerhalb, man hat stĂ€ndig das GefĂŒhl husten zu mĂŒssen. Smok und Rauch sind tĂ€glicher Begleiter. Teils liegt es an den vielen sehr alten Fahrzeugen in der Stadt. Teils an der, in meinen Augen, sehr unsinnigen Gewohnheit, stĂ€ndig irgendwelche Grasabschnitte abzubrennen, oder Holzkohle herzustellen. Ăberall das gleiche, in ganz Afrika. Schnell geraten die Feuer auĂer Kontrolle und wenn der Wind sich dreht, beginnen ganze Landabschnitte zu brennen. Ein Löschen ist nicht mehr möglich. Vermehrt wird MilitĂ€r eingesetzt, um die Bevölkerung am Abrennen der WĂ€lder und GrĂ€ser zu hindern. Was wenig nĂŒtzt. So verschwindet mehr und mehr die einzigartige Tier und Pflanzenwelt von Madagaskar.
In Antsirabe besuche ich morgens noch den Markt, um etwas einzukaufen.
Ăberall sieht man die Fahradtaxis, die Pousse-Pousse genannt werden.
Am zweiten Tag geht es von Antsirabe nach Miandrivazo. Und glaubt mir, die StraĂen werden nicht besser. 7 Stunden betrĂ€gt die Fahrt. Vorbei geht es an Reisfeldern. Einige Zebus kreuzen unseren Weg. Teils freilaufend oder wie hier vor den Wagen gespannt.
Das Zebu-Rind gilt in Madagaskar als sehr starkes Rind, dass fĂŒr alle möglichen TĂ€tigkeiten eingesetzt wird. Wer was auf sich hĂ€lt, kauft bei Hochzeiten oder Beerdigungen ein Zebu, welches wohl sehr gut schmecken soll. Hast du nicht das nötige Geld, muss ein herkömmliches Rind reichen.
Am 3.Tag tauschen wir das Auto gegen ein 4×4 Fahrzeug um zum Tsiribihina-River zu kommen. Es sind nur einige Kilometer zu fahren.
Eine zweitÀgige Bootstour in der Piroge ist geplant. Die Pirogen werden beladen. Viel GepÀck muss verstaut werden.
Auf dem FluĂ gewinnt man wieder eine andere Perspektive. Auch hier begegnen uns immer wieder die Feuer. Die Landschaft ist in der Winterzeit so trocken, dass ein Funke schon ausreicht, um alles zu entzĂŒnden.
Es ist schon lange nicht mehr so kalt, wie zu Beginn der Reise in Tana. 38 Grad sind Durchschnittstemperatur. Der FluĂ hat zur Zeit sehr wenig Wasser und uns begegnen ein paar Krokodile. Gut getarnt, sind sie kaum zu entdecken.
Ein wunderschöner Wasserfall lĂ€dt zu Baden ein. Herrlich, nach all dem Staub der vergangenen Tage. Ein paar Lemuren wurden hier angesiedelt. Die ursprĂŒnglich hier lebende Lemurenart hat sich auf Grund eines Feuers von diesem Platz entfernt. Nur schade, dass die Kleinen fĂŒr die Touristen angefĂŒttert werden.
Auf der Rivertour schlafen wir in Zelten. Wunderschöne SonnenuntergÀnge begleiten uns. Um Zeit zu sparen kocht der Bootsmann das Essen direkt auf der Piroge.
Wir besuchen noch ein Dorf. Der Lehrer erklĂ€rt uns stolz, dass er zur Zeit ĂŒber 700 Kinder in dem Dorf unterrichtet und bitte gleichzeitig um Spenden. Die meisten Kinder in Madagaskar besuchen die Schulen nicht sehr lange. Wie ich ja schon im letzten Bericht geschrieben habe, kostet die Schule Geld. Was die meisten Leute nicht aufbringen können. Viele SchĂŒler haben grade mal die Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen.
Nach 2 Tagen Bootstour steigen wir wieder auf ein 4×4 Fahrzeug um. Es geht weiter nach Belo Sur Tsiribihina und dann in ca.5 Stunden Fahrt nach Bekopaka. Vorher mĂŒssen wir noch mit der FĂ€hre ĂŒbersetzen.
In Bekopaka steht der Besuch der beiden Nationalparks Big Tsingy-Tsingy und Smal Tsingy-Tsingy an. AusgerĂŒstet mit Klettergurten geht es an die Besteigung des Tsingy-Tsingy Areals. Auch durch einige Höhlen fĂŒhrt die Tour. Die Höhlen sind stockdunkel und manchmal so eng, dass man nur kriechen kann. Selbst der Rucksack muss abgenommen und vor einem hergeschoben werden. Nur gut das mittlerweile alle Handys eine Taschenlampenfunktion haben. Wieder einmal wird mir klar, dass ich als Höhlenforscher nicht geeignet bin. Obwohl es Spass macht, sind Dunkelheit und Enge nicht so meine Favoriten.
Dann folgt eine doch sehr anspruchsvolle Klettertour. Und wir werden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Tsingy-Tsingy bedeutet in Madagassisch, so viel wie, auf Zehenspitzen laufen. Das wird einem sehr schnell klar, wenn mann versucht das messerscharfe Gestein zu erklettern. FrĂŒher haben sich die Menschen hier barfuĂ ĂŒber die Steinspitzen beweg. Gut das es heute Wanderschuhe gibt.
Der kleine Tsingy ist vom Klettern her nicht so anspruchsvoll. Er wird Labyrinth genannt und man kann sich beim Wandern auf den engen Wegen schnell verlaufen.
Am letzten Tag steht eine 10 stĂŒndige Fahrt an, um die Baobab Alle zu besuchen.
Dieser Baum ist heilig und an seinem Platz wird gebetet.
Baobabs in Love
Ein touristisches Highlight, die Baobabs bei Sonnenuntergang zu sehen. So werden unzÀhlige Touristen hierher gekarrt.
Abgesehen von den vielen Menschen, ist es doch schon ein beeindruckendes Erlebnis. Und es gelingen mir wirklich tolle Fotos. Einfach unvergesslich.
I
In Morondava endet die Tour. Nach einer kurzen Nacht, geht es fĂŒr mich um 4.30 Uhr mit dem Cotisse-Bus zurĂŒck. Der Coisse-Bus ist die etwas bessere Version der Taxi-Borusse und hĂ€lt nicht alle 10 Minuten, um wieder Leute ein- und aussteigen zu lassen.
Die bessere Version benötigt 17 Stunden zurĂŒck nach Tana. Die StraĂen, wie schon erwĂ€hnt, sehr schlecht. Abbremsen, Gas geben, um Schlaglöcher herum oder durch sie hindurch brettern, sowie hupend und mit ĂŒberhöhter Geschwindigkeit fahren, verlangen meinem Magen einiges ab. Er möchte sich mehr oder weniger selbstĂ€ndig machen. Aber nicht mit mir, wo kĂ€men wir den da hin, wenn jedes meiner Organe seinen eigen Kopf hĂ€tte. Meine Sitznachbarin schlĂ€ft ein und landet in der nĂ€chsten Kurve auf meinem SchoĂ. Sie redet mit mir, jedoch verstehe ich ihr Madagassisch nicht und sie ist dem Französischen nicht mĂ€chtig. Wir lĂ€cheln uns an. Ich liebe diese Art der GesprĂ€che, ohne viel Worte, wissen wir was gemeint ist. Nach dem Bus folgen noch 15 Minuten Taxifahrt und ich bin froh, spĂ€t in der Nacht meine Unterkunft und endlich mein Bett zu erreichen. Einen Tag Pause habe ich eingeplant und dann wird es fĂŒr mich in den Osten des Landes weitergehen.