Abwechslung steht auf dem Plan

06.05.- 10.05.2022

Unsere neuen Papiere haben den Weg zu uns bzw. zur Botschaft gefunden, wo wir sie abholen konnten. So sind wir nun nach der längeren aber sehr schönen Standzeit im Senegal wieder unterwegs. Diesmal nach Guinea Conakry. Wieder “Auf Achse“ fühlt sich gut an. Nach kurzer Fahrt hören wir jedoch einen Knall an unserem Fahrzeug. Erst einmal anhalten und schauen was passiert ist. Nicht das ein neuer Reifen geplatzt ist!

Außen ist alles in Ordnung. Nach etwas Suchen, finden wir den Übeltäter. Unser Feuerlöscher ist explodiert. Ihm ist wohl bei den jetzigen Temperaturen von durchschnittlich 44 Grad etwas zu heiß geworden. Was man ja sehr gut verstehen kann. Also wird der Feuerlöscher an geeigneter Stelle fachgerecht entsorgt und bei nächster Gelegenheit durch einen neuen ersetzt.

Das Visa für Conakry haben wir uns schon vor einiger Zeit als E-Visum besorgt. Die Ausreise aus Senegal und die Einreise nach Conakry verlaufen ohne Probleme. Alle Papiere werden genau kontrolliert. Die Beamten sind sehr freundlich und hilfsbereit, haben wie immer viel Zeit und wir auch. Bei der Einreise werden noch unsere Fingerabdrücke genommen und beim Zoll erhalten wir für das Fahrzeug ein Laissez-Passe.Die gesamte Grenz-Abwicklung ohne das Visum kostet uns diesmal… NICHTS. Ja genau, uns sind keine weiteren Kosten entstanden. Das freut uns natürlich sehr.

In Guinea angekommen wollen wir als erstes die Wasserfälle in der Nähe der Stadt Labe anschauen. Die Asphaltstraße befindet sich in einem sehr guten Zustand. Die anschließende Piste zu den Wasserfällen ist sehr gewöhnungsbedürftig. Von der Aussichtsplattform soll man einen tollen Blick ins Tal und auf die Wasserfälle haben. Diese Piste hat wohl schon länger keiner mehr genommen. Schon gar nicht mit dem Auto. Um an unser Ziel zu gelangen, müssen wir den schmalen Pfad mit Machete und viel Muskelkraft bearbeiten und werden anschließend mit tollem Panorama belohnt.


Ein paar neugierige Affen gesellen sich zu uns. Kurz vor der Regenzeit sind die Wasserfälle ehr ein Rinnsal. In ein paar Wochen sieht es bestimmt ganz anderes aus. Dann ist die Piste aber mit Sicherheit nicht mehr befahrbar. Am nächsten Morgen in der Frühe kündigt sich der erste Regen an. Schnell alles zusammen packen, gefrühstückt wird später. Sollte der lehmige Boden zu naß werden, hätten auch wir mit unserem Fahrzeug Schwierigkeiten beim Rückweg. Zum Glück ist es nur ein kleiner Schauer.

In Labe suchen wir eine Bank mit Geldautomat auf. Wir müssen ja noch ein paar CNF haben. Blöd das der Automat die Karte nimmt, aber keine weiteren Aktionen tätigt und die Karte auch nicht hergeben will. Auf Nachfrage bei einem Mitarbeiter bekommen wir die Karte direkt zurück, der Automat werde aber erst in einer Stunde aufgefüllt. Ob wir warten wollen? Wir entscheiden uns eine andere Bank zu nehmen. Hier klappt alles super. Wenn man bedenkt, dass der größte Geldschein 20000 CNF sind, was ungefähr 2€ entspricht, kann man sich gut vorstellen das wir die Bank mit einem riesigen Bündel Geldnoten verlassen. Wir kommen uns vor wie nach einem Banküberfall. 

Eine neue SIM-Karte ist schnell gekauft und schon sind wir wieder online.

Bei der Einfahrt nach Guinea sind uns ein paar Sachen direkt ins Auge gefallen:

  1. Es gibt hier unglaublich viele Motorräder. Wahrscheinlich mehr als PKW`s. Die Fahrer der Motorrad-Taxis tragen gelbe oder orange Warnwesten, mit dem Aufdruck Moto-Taxi und dem dazu gehörigen Namen der jeweiligen Kommune. Alles was man sich vorstellen kann, wird mit dem Motorrad transportiert.
  2. Die islamische Kleiderordnung interpretieren die Frauen, wie sie es wollen. Man trifft komplett verhüllte Frauen in Burkas (was die Minderheit ist ), genauso wie Frauen die sehr knapp gekleidet sind. Das tolle ist, jeder kleidet sich wie es gefällt.
  3. Es fahren sehr viel mehr Frauen Fahrrad und Motorrad, als wir es im Senegal gesehen haben. Sogar mit ihren Babys, die nur mit Tüchern auf ihren Rücken fest gebunden sind.
  4. Wir waren überrascht, dass die meisten Häuser hier aus Lehmziegeln hergestellt und dann verputzt werden. Oft zieren Säulen die Eingangsbereiche und viele Häuser sind mit Farbe gestrichen. Im Senegal wird alles aus Beton gebaut.

Wir fanden einen Übernachtungsplatz an einer Ziegelei und konnten uns die Herstellung der Ziegel aus der Nähe ansehen.

Auf dem Weg zu einem schönen Aussichtsplatz kam ein Mann aus seinem Haus gerannt und hielt uns an. Er wollte etwas Geld haben, da er die Piste immer pflegt. Wir fragen ihn welche Piste er meint. Doch nicht etwa der nicht vorhandene Weg, auf dem wir uns gerade befinden. „Doch genau der Weg“Um seinem Anliegen mehr Ausdruck zu verleihen zeigt er uns seine Blasen an den Händen. Wir sagen das er kein Recht habe Gebühren für schlechte Wege zu fordern und müssen echt lachen. Aber er möchte einfach was verdienen. So kaufen wir ihm frische Mango und Orangen aus seinem Garten ab. Das finden wir fair. Und auch er ist zufrieden und grinst. Keinen Kilometer weiter steht ein junger Mann und will auch Geld für die Piste haben, da dieser Abschnitt nun einer anderen Gemeinde zugeordnet sei. Selten so gelacht. Wir erklären ihm, das wir kein Geld bezahlen auf einem Weg, der nur unser Auto kaputt macht. Das Geld müssen wir für spätere Reparaturen sparen. Er zeigt keine Einsicht, wir auch nicht. Wir drehen einfach um und lassen ihn stehen. Zurück kommen wir wieder bei unserem Mangoverkäufer vorbei, erzählen ihm die Geschichte. Er will sofort seinen Mitarbeiter zu dem Mann schicken, denn das sei seine Piste. Der Mitarbeiter holt sich seine Machete und sein Gewehr und will zu dem jungen Mann gehen. Wir lehnen die Aktion ab und fahren weiter Richtung Conakry.  Natürlich wollen alle an Touristen verdienen und sicher gibt es einige die auch bezahlen und damit solche Aktionen unterstützen.

Zeit ist relativ 

19.03 – 02.05.2022

Wir warten entspannt auf unsere Papiere. Für die Fahrzeugpapiere mussten wir 4x zum Technical Service fahren. Das erste mal haben wir unsere Kopien zurück bekommen, das zweite mal durften wir die Original-Unterlagen abholen, das dritte mal konnten wir dann unterschreiben und beim vierten Mal haben wir unsere Fahrzeugpapiere und unsere neuen Kennzeichen bekommen.

Unsere neuen Reifen sind zwischenzeitlich angekommen und montiert.

Dakar hat auch schöne Seiten.
Wir besuchen das Monoment de la Renaissance Africaine und schauen uns den alten Leuchtturm an, der seit 1864 in Betrieb ist. Sein Leuchtfeuer ist das zweitstärkste in Afrika und hat eine Reichweite von 57 km.


Susanne und Jörg ankern mit ihrem Segelboot an der Marina Dakar. Die beiden sind schon seit 10 Monaten mit ihrem Schiff unterwegs. So lernen wir viel über das Segeln und überlegen, ob das vielleicht ein neues Projekt für uns sein könnte.

An einem Wochenende fand ein Springturnier am Cercle de l‘Etrier statt. Das Springreiten der Klasse E und A und die anschließende Siegerehrung war eine willkommene Abwechslung.


Mit dem 1 Mai wird auch wieder das Ende des Ramadan und das anschließende Korité-Fest gefeiert.

Wie Albert Einstein sagte: „ Zeit ist das, was man an der Uhr abliest“

Wenn du wissen willst, wie es weiter geht.

wir sehen uns wieder unter der Rubrik Reisen /2022/ Guinea Conakry

Natur-Medizin und Diebe am Strand

01.03- 23.03.2022

Unseren Freunden in Dakar wollen wir noch einen Besuch abstatten. Sonntags planen wir zusammen einen Ausflug zum Strand. Gemeinsam mit Khadim den Kindern und seinen Hunden, fahren wir in Khadims Auto ans Meer. Da uns einige Tage zuvor nachts ein Handy aus dem Auto geklaut wurde, sind wir nun vorsichtiger geworden. Wir beschließen unsere Wertsachen während unserer Abwesenheit nicht in unserem Auto in Dakar zu lassen und packen unsere Handys, Pässe, Papiere, Geld und unsere Autoschlüssel in den Rucksack. Jörg nimmt noch sein Tablett mit, da er am Strand noch etwas arbeiten will. Ach ja für guten Empfang kommt auch noch der Router mit.

Unser Freund will mit Hunden und Kindern etwas joggen gehen. Auch er packt noch seine Autoschlüssel und sein Handy in den Rucksack und läuft dann los. Kein Mensch ist am Strand.

So legen wir unseren Rucksack in den Sand und wollen uns gerade ein paar Taijiübungen widmen. Zwei Jogger kommen auf uns zugelaufen und grüßen noch freundlich, schnappen sich unseren Rucksack und rennen Richtung Wald. Wir nehmen sofort die Verfolgung auf, laufen hinterher, jagen sie durch den halben Wald. Jörg ist nur noch einige Meter entfernt, da drehen sich die beiden um und ziehen große Messer. Von einem mit Messer hätten wir uns nicht einschüchtern lassen, aber zwei. Mit Psychopathen sollte man sich besser nicht anlegen. Wir brechen die Verfolgung ab.

Was für ein schei…. Sonntag. Alles weg.

Unser Freund hat nur einen Autoschlüssel und sein Wagen eine elektronische Wegfahrsperre. So können wir das Auto nicht so einfach kurzschliessen. Er organisiert sich von einem Passanten ein Handy und ruft seine Freunde an. Auch ein Elektroniker soll mitkommen und versuchen den Waagen wieder in Gang zu bringen. Das Auto kann ja schließlich nicht am Strand bleiben. Während der Elektroniker das halbe Armaturenbrett auseinander nimmt, suchen wir anderen nochmal den Waldabschnitt auf irgendwelche weggeworfenen Papiere ab.

Es wird langsam dunkel. Das Auto ist noch nicht fahrbereit. Ein Freund fährt uns mit dem Taxi zurück. Jörg holt seinen Ersatzschlüssel, fährt mit unserem Auto wieder zum Strand und zieht das andere Fahrzeug mit der Seilwinde aus dem Sand. Das anschließende Abschleppen ist für Jörg nur noch eine Kleinigkeit.

Jeden Tag suchen wir mit der Unterstützung von Freunden und Bekannten das Waldstück ab. Die Freude ist groß, als eher durch Zufall, die beiden Autoschlüssel gefunden werden.

Nach drei Tagen Suche müssen wir doch mal zur Polizei gehen. Da unsere Bekannten auch bei der Polizei Freunde haben, besuchen wir in Dakar das Gebäude der Kriminalpolizei.( Abteilung Recherche) Hier bekommen wir eine Verlusterklärung. Der Ortungsdienst schaltet sich ein, um unsere geklauten Handys zu finden. Alles so, wie man es aus Filmen kennt. Weitere Personen, die eine Ortung nicht so ganz offiziell durchführen, werden ebenfalls beauftragt.

Für den Rest der Erledigungen benötigen wir das was wir am meisten haben. „Zeit“. Bei der Deutschen Botschaft bekommen wir Reisepass und Personalausweis. ( 6 Wochen Wartezeit) Neue Fahrzeugpapiere und Nummernschilder werden beantragt. Die neuen SIM-Karten und Kreditkarten beantragen wir online. Sie kommen zu uns, sobald wieder ein Bekannter von Deutschland in den Senegal fliegt. Um den neuen Führerschein kümmert sich ein Familienmitglied. Handys sind ja schnell gekauft und eine neue senegalesischer SIM-Karte gibt es überall.

Man kann es mal so sehen, der Reisepass hätte eh in 5 Jahren neu beantragt werden müssen, so haben wir wieder 10 Jahre Ruhe. 

Was wollen wir nun mit unserer frisch gewonnenen Zeit anfangen? 

Wir beschäftigen uns mit Traditioneller Medizin und decken uns an einem kleinen Stand mit verschiedenen Wurzeln und Heilkräutern ein. So kaufen wir zB Kinkelibablätter gegen Magenproblem, Nepnep-Pulver gegen Verletzungen, Lëngeblätter gegen Erkältung, Sumpp Rinde gegen Unwohlsein, Sitti Rinde für feste Nägel und gegen Hautprobleme.

Unser Auto gleicht nun mehr oder weniger einer kleinen Hexenküche.

Ein paar Tage der geschenkten Zeit verbringen wir in Lompoul in den Dünen. Hier treffen wir seit langem mal wieder auf Dromedare. Ein kleiner Affe schaut uns interessiert vom Baum aus zu, als wir unter dem Baum für unser Fahrzeug einen Schattenplatz suchen. 

Man kann Zeit eindeutig schlechter verbringen. Die Diebe haben uns unfreiwillig noch was gutes getan. Und genau genommen sind unsere Sachen ja nicht weg, es erfreut sich nur ein anderer dran.

Zwei Toyota im Naturschutzgebiet 

10.02- 03.03.2022

Bevor Ben nach Norden fährt, verbringen wir zusammen noch einige Tage am Strand von Palmerin und im nicht weit entfernten Naturschutzgebiet.

Morgens können wir eine Hyäne beobachten, die ziemlich nahe an unseren Fahrzeug vorbei läuft. Auch ein Coyote lässt sich blicken.


Wir fahren nochmal nach Fadiouth. Bei unserem letzen Besuch war es wegen Corona noch geschlossen. Ein christlicher Wallfahrtsort und touristisches Ausflugsziel. Dementsprechend viele Verkaufsshops, für Sachen die man nicht braucht. Kann man sich anschauen. Uns hat es jetzt nicht vom Hocker gehauen.

Neben einer ehemaligen Hotelanlage von TUI, die 2007 geschlossen wurde, finden wir wieder einen schönen Übernachtungsplatz. Ein paar Männer sitzen in ihren kleinen Hütten und versuchen an die wenigen Touristen Holzkunst zu verkaufen. Wir kommen ins Gespräch.Wie sich herausstellt sprechen sie alle sehr gut Deutsch. Sie haben früher in dem Hotel, welches unter deutscher Führung war, gearbeitet. Nun halten sie den Strandabschnitt so gut es geht sauber und bekommen von den hier ansässigen Europäern manchmal ein wenig Geld. Das reicht kaum zum Leben. Sie leben mit ihren Familien in MBour und kommen jeden Tag die 15 km bis zu ihren Hütten. In der Hoffnung auf Business. Ihr Wunsch ist es am Strand ein kleines Restaurant aufzubauen. So kommt es, das wir nun jeden Tag bekocht werden. Wir liefern selbstverständlich die Zutaten.

Am gesamten Strand reihen sich verlassene Hotelanlagen und ehemals gut besuchte größere  Restaurants als Geisterobjekte aneinander. Längst wurden sie von einer Gruppe Affen als Behausung übernommen. Zwischen 2007 und 2015 wurde hier fast alles geschlossen.

Nicht zu verstehen ist, das in ein paar Tagen ein großes Luxushotel ein paar Kilometer weiter eröffnet wird.

Senegal – Ägypten

01.02.2022- 12.02.2022

Ein paar Servicearbeiten stehen bei Hippo Junior noch an. Wir müssen an unserer Vorderachse einen defekten Simmering wechseln. Blöd nur, dass wir dafür die gesamte Achse auseinander bauen müssen. Naja wir haben ja Zeit.

Auch eine kleinere Dacharbeit wird noch erledigt.

Dieses Jahr findet der Afrikacup statt. Senegal schafft es ins Endspiel. Wir sind zwar keine Fußballfans, aber das Endspiel möchten wir nicht verpassen. Wo sollen wir am besten schauen? Wir entscheiden uns für eine kleine Bar in Cap Skirring. 8 Europäer und viele, viele Senegalesen.

Bevor das Spiel angepfiffen wird, sehen wir nur noch ein blaues Bild. In aller Eile wird der Fernsehtechniker gerufen. Der Fehler ist schnell gefunden und behoben. Die Stimmung hebt sich. Damit auch wirklich alle etwas mitbekommen, werden große Boxen angeschlossen. Der Bass wie immer total übersteuert und der Klang kommt sehr blechern rüber. Am besten jetzt noch volle Lautstärke,dann hört eh keiner mehr was. Nun haben wir noch die Wahl mit übersteuerten Boxen und gleichzeitig schlechtem Bild oder kein Ton und ein hervorragendes Bild. Die laute Variante gefällt den Senegalesen wohl besser. 

In der Halbzeit will der Kellner noch ein paar Stühle rausstellen, bleibt beim Heben der Stühle mit einen Stuhlbein im Deckenventilator hängen. Ein Knall und alle ziehen schnell die Köpfe ein. Das Schutzgehäuse reißt ab und bleibt zum Glück am Ventilator hängen. Zweite Halbzeit beginnt, Ventilator kaputt.

Nach dem Elfmeterschießen gewinnt Senegal 4: 2 gegen Ägypten. Innerhalb von 30 Sekunden herrscht in Cap Skirring Ausnahmezustand. Alle rennen auf die Straße und es wir noch lauter. Die Menschen liegen sich in den Armen, Singen ,Tanzen, Trommeln und schlagen Kochtopfdeckel zusammen, fahren mit über 30 Leuten auf einem Tuck-Tuck die Straße entlang. Spraydosen mit Insektenspry werden als Flammenwerfer benutzt. Hat den Vorteil, dass nun wohl ganz Cap Skirring Mücken frei ist. Soviel Lebensfreude und soweit wir das beurteilen können, läuft alles sehr friedlich ab.

Senegal hat sich den Meistertitel im Afrikacup zu Recht verdient.

Wir machen uns nochmal über Gambia auf den Weg nach Dakar. Diesmal nehmen wir einen ganz kleinen Grenzübergang in der Nähe von Pata. Der Grenzpolizist ist sehr nett. Er hat seinen Stempel für die Pässe im Rucksack am Baum hängen. Null Bürokratie. Einen Transitschein für das Fahrzeug hat er nicht. Also muß es ohne gehen. Bezahlen müssen wir auch nichts.

Wir fahren Richtung Gambia-River und nehmen eine kleine Fähre über den Fluß. Der Kapitän kommt mit dem Motorrad angefahren, während die Fähre auf der anderen Seite liegt. Nach mehrmaligem telefonieren des Chefs setzt die Mannschaft endlich die Fähre in Bewegung.

Wir fahren weiter am Gambia-River bis zum Grenzübergang nach Farafenni.

Passieren auf der Strecke eine Menge Polizeikontrollen. Alle wollen unseren Transitschein sehen und abstempeln. Wir erklären immer wieder das wir keinen Passierschein haben. Etwas ungläubig werden wir angeschaut und immer wieder durchgewunken.

Die Grenze Farafenni ist, wie bisher auch immer, kein Problem. In Gambia wird ausgestempelt und in Senegal wieder eingestempelt.

Diesmal bezahlen wir komplett 8€. So günstig sind wir noch nie über die Grenzen gefahren.

Ein neues Jahr

01 – 31.01. 2022

Einige Wochen ist das Jahr nun schon alt und es bietet immer wieder Überraschungen.

Eigentlich wollten wir schon lange in Dakar sein, um unsere bestellten neuen Reifen aus dem Container in Empfang zu nehmen. Sie sollten schon im Dezember ankommen. Und wie soll es anders sein? Sie stehen mit samt Container noch in Polen. Auch auf Europa ist nicht mehr wirklich Verlass. Also heißt es weiter warten.

In der Zwischenzeit machen wir ein paar Servicearbeiten an Hippo Junior.

Auch unsere Felgen haben mal dringend eine Überarbeitung nötig. Mit Schleifpapier, Korrosionsschutz und Farbe machen wir uns an die Arbeit.

Zwischendurch ist natürlich auch noch Zeit für einen leckeren Apfelpfannkuchen.

Leider hat sich Rudis Krankheitsbild wieder verschlechtert. Er hat Null Bock auf Futter. Die Schlafkrankheit ist nicht so einfach in den Griff zu bekommen. Es gibt ein paar Medikamente auf dem Markt, mit sehr schweren Nebenwirkungen. Das kommt für uns nicht in Frage.

Wir lassen nun dem ganz normalen Lebensprozess seinen Lauf. Und was geschehen soll das wird geschehen. Rudi trifft seine eigene Entscheidung.

Um das Thema Glück aus dem letzten Jahr nochmal aufzugreifen: Wir hatten Glück mit so einem tollen Hund zu reisen.

Am 25.01 ist Rudi dann seinen eigenen Weg gegangen. Er bleibt uns im Herzen.